Montag, 24. April 2017

Manches wird auch besser im Hause Weltbild


Mit dem Abschluss der neuen Betriebsvereinbarung zur Gestaltung von Arbeitsunterbrechungen bei Bildschirmarbeitsplätzen ist es dem Betriebsrat gelungen die Bedingungen für die Beschäftigten deutlich zu verbessern.

Die alte Regelung war ein Fossil aus den Zeiten der seligen Verlagsgruppe Weltbild, die für den damaligen Kundenservice im Customer Relation Center  Bildschirmpausen festlegte. Die damals ausgehandelte BV ermöglichte es den Mitarbeitern bei der Bearbeitung der Kundenanliegen am Computer, alle 60 Minuten eine bezahlte Pause von 5 Minuten zu machen, um den Augen eine notwendige Erholung vom permanenten Blick auf den Bildschirm zu gewähren. Diese galt für die verbliebenen Rest-Kollegen des CCC unverändert weiter. Als die Geschäftsführung das bemerkt, erfolgte eine sofortige Aufkündigung der Vereinbarung. Der Betriebsrat legte dagegen umgehend Widerspruch ein und nutzte die Gelegenheit, um über eine gerechte Neuregelung für alle Kollegen zu verhandeln. So gelang es nach längerem Hin und Her die alte Betriebsvereinbarung neu zu formulieren und den Geltungsbereich auf das ganze Unternehmen auszudehnen.

Ziel ist es, auf der Basis der Arbeitsstättenverordnung § 3 Abs. 1, Anhang Ziff. 6 "Maßnahmen zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen", die Gestaltung von Unterbrechungen der Arbeit an Bildschirmgeräten zu regeln, um die gesundheitlichen Belastungen und Beeinträchtigungen, die durch eine ununterbrochenen oder überwiegende Tätigkeit an Bildschirmgeräten entstehen können, auszuschließen, entgegenzuwirken oder soweit wie möglich zu verringern.

Im Detail werden folgende Punkte in dem Regelwerk festgeschrieben :

1. Geltungsbereich
  • die BV gilt für alle Mitarbeiter mit Ausnahme der leitenden Angestellten
  • alle Arbeitsplätze der Firma gelten als Bildschirmarbeitsplätze, wodurch eine langwierige Diskussion oder Definition zu jedem einzelnen Tätigkeitsprofil  überflüssig wird
2.  Arbeitsorganisation
  • zur Verminderung der gesundheitlichen Beeinträchtigungen, müssen die Abläufe an Bildschirmarbeitsplätzen so gestaltet werden, dass eine regelmäßige Unterbrechung des Sichtkontakts zum Bildschirm gewährleistet ist
3. Art der Unterbrechung
  • in Abstimmung mit dem Vorgesetzten erhält der Mitarbeiter eine hohe Präferenz bei der Wahlmöglichkeit zur der Gestattung dieser Pausen, wie z.B.:
    • "dynamischen Sitzen" 
    • Erledigung "anderer" Arbeiten
    • Gang in die Kaffeeküche oder Holen von Getränken
    • Botengänge
    • Meetings oder Besprechungen
    • Austausch mit Kollegen
    • Tätigkeiten ohne Bezug zum PC
    • Arbeitsunterbrechungen an den frischen Luft
    • etc.
 Jeder Mitarbeiter hat nun das verbriefte Recht seine Arbeit regelmäßig zu unterbrechen, um den Augen eine Pause zur Regeneration zu gönnen, was sich auch auf die generelle Konzentrationsfähigkeit auswirkt. Das heißt am Vormittag, bei vier Arbeitsstunden bis zum Mittag, drei kurze Unterbrechungen zu je 5 Minuten jede Stunde oder eine längere von 15 Minuten nach zwei Stunden. Dasselbe gilt für die vier Stunden am Nachmittag. Dies entspricht bei einer Vollzeitstelle einer halben Stunde täglich.

                               5 Min.     5 Min.     5 Min.                                      5 Min.     5 Min.     5 Min.
                                         
Arbeitszeit [h]:  -- 1 -- + -- 1 -- + -- 1 -- + -- 1 --Mittagspause -- 1 -- + -- 1 -- + -- 1 -- + -- 1 -- 
 
                                                          15 Min.                                                                 15 Min.

Der "Verlust" an Arbeitszeit wird erfahrungsgemäß durch eine höhere Effektivität nach einer Erholungspause mehr als wett gemacht. So ergibt sich für alle Beteiligten eine merkliche Verbesserung. Die Kollegen erledigen ihre Arbeit wesentlich entspannter und sind am Ende des Tages weniger gestresst. Die dadurch höhere Leistungsfähigkeit schlägt sich direkt in der Qualität der Arbeitsergebnisse und dem geleisteten Pensum nieder - eine echte Win-win-Situation.

So zahlt es sich manchmal wirklich aus, die Schraube nicht stetig anzuziehen und den Druck zu erhöhen, sondern im fairen Miteinander Lösungen zu erarbeiten, die beiden Seiten von Nutzen sind.





Freitag, 21. April 2017

Perspektive Armut ?

Armut im Alter - Die Zahl der als arm geltenden Menschen ist seit 2005 um knapp 50 Prozent gestiegen, vor allem Rentner/innen sind betroffen. Und die jungen Leute von heute werden betroffen sein. Die gesetzliche Rente muss wieder gestärkt werden

Von Heike Langenberg 


Was bedeutet eine niedrige Rente für ihre Bezieher/innen? Sie können nicht mehr am Alltag teilhaben. "Soziale Isolation, durch Einkommensarmut erzeugter Stress, mangelndes Selbstwertgefühl", benennt Joachim Rock, Abteilungsleiter für Sozial- und Europapolitik des Paritätischen Gesamtverbandes die Faktoren, die sich dann auch negativ auf die Gesundheit der Rentner/innen auswirken können. "Ältere Menschen, die arm sind, erkranken häufig deutlich schwerer und leben deutlich kürzer als ältere Menschen mit gesichertem Einkommen", ist sein Fazit in einem Kapitel zum Thema "Armut im Alter" im jüngst erschienenen Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrts­verbandes. Hinzu komme, dass sich Rentner/innen mit nur geringen Bezügen oft auch Zusatzausgaben für Medikamente und fällige Zuzahlungen kaum noch leisten können.

Auch die Ergebnisse einer Studie, die das Allensbach-Institut für Demoskopie vor Kurzen für die Generali-Versicherung gemacht hat, gehen in diese Richtung. Nur 28 Prozent der über 65-Jährigen mit niedrigen Alterseinkommen sind mit ihrer Gesundheit zufrieden, bei denen aus höheren sozialen Schichten sind es fast doppelt so viele. Sie haben auch mehr Geld im Alltag zur Verfügung. Bei denjenigen, denen das Geld fehlt, wirken sich auch die steigenden Miet- und Nebenkosten fatal aus. Oft müssen sie aus ihrem gewohnten Umfeld wegziehen, was ihre Teilhabemöglichkeiten noch weiter einschränkt. Hinzu kommt, dass viele Ältere aus Scham und Unwissenheit ihre Ansprüche gar nicht geltend machen. Auf rund 40 Prozent schätzt Joachim Rock diese Zahl. "Das zeigt: ,Missbrauch' von Sozialleistungen ist kein Problem, viel eher die mangelnde Beanspruchung von Hilfen", sagt der Wissenschaftler.
 
Um auch im Alter über eine Rente verfügen zu können, die ein Leben in Würde ermöglicht, haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften eine Rentenkampagne gestartet. Dass die dringend notwendig ist, zeigen die Zahlen aus dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Denn hier fällt die Gruppe der Rentnerinnen und Rentner besonders auf. Nicht nur, dass bei ihnen die Armutsquote um 0,2 Prozentpunkte höher liegt als bei der Gesamtbevölkerung, die Zahl der als arm geltenden Menschen ist von 2005 bis 2015 um knapp 50 Prozent gestiegen.

Auch dass sich die Zahl derjenigen, die Grundsicherung ergänzend zur Regelaltersrente beziehen, von 2003 an bis 2015 verdoppelt hat, spricht für sich. "Altersarmut droht künftig immer mehr älteren Menschen", schreibt Rock in seiner Analyse. Denn politisch gewollt sinkt das Rentenniveau in Deutschland immer weiter ab. Nur noch 43 Prozent sollen es im Jahr 2030 sein, aktuell sind es noch knapp 48 Prozent.

Brauchte man im Jahr 2000 insgesamt 24,3 Entgeltpunkte für eine Rente auf Grundsicherungsniveau, sind es heute schon 30,3 Punkte. Tendenz steigend. Das bedeutet, dass man die entsprechende Zahl an Jahren immer einen Durchschnittsverdienst gehabt haben muss. Doch das wird in Zeiten zunehmender prekärer Arbeit, unfreiwilliger Teilzeitarbeit, von Befristungen, schlecht entlohnter Arbeit und damit auch immer wieder vorkommenden Unterbrechungen im Arbeitsleben immer schwerer zu erreichen sein.

Die Politik spielt das Problem herunter


Hier kann nur ein System helfen, das dazu beiträgt, dass gerade diejenigen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, auch eine Rente erhalten, die zum Leben reicht. Auch wenn die Politik heute in weiten Teilen noch versucht, das Problem herunterzuspielen: Altersarmut wird in Zukunft immer mehr Menschen betreffen. Die gesetzliche Rente muss daher wieder gestärkt werden - dafür machen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften sich stark.

aus ver.di publik 2'2017.

weitere Informationen im Renten-Spezial R1-R5

Dienstag, 18. April 2017

Superwahljahr 2017 - Chance für eine andere Politik



Innerhalb weniger Wochen aus dem Umfrage-Tief ins Hoch der Wähler-Gunst?
Was Anfang des Jahres in Polit-Kreisen als Utopie belächelt wurde, scheint der SPD bis jetzt mit ihrem Wahlkampf im Superwahljahr gelungen zu sein.


Wie konnte die SPD dies schaffen?


Nach den enttäuschenden Wahlergebnissen der letzten Jahre wusste man in der Sozialdemokratischen Partei, dass ein Kurswechsel erfolgen musste.
Neben den vielen politischen Themen, wie die die Merkel´sche Flüchtlingspolitik, das Verhältnis Deutschlands zu einem Trump regierten Amerika oder Erdogans Führungsziele, scheint eine Frage die große Mehrheit der Menschen in diesem Land umzutreiben - die Frage nach sozialer Gerechtigkeit.

Genau diese Frage rückt der SPD Kanzlerkandidat und langjährige EU-Parlamentspräsident, Martin Schulz, in den Fokus der gesellschaftlichen Debatte.
Mit dem Eingestehen von Fehlern der Partei ist es Martin Schulz gelungen, WählerInnen zurückzugewinnen. 
"Fehler zu machen, das ist nicht ehrenrührig. Wichtig ist, dass diese Fehler korrigiert werden, wenn sie erkannt worden ist. Wir haben sie erkannt.", so Schulz und bezieht damit eindeutig Stellung zu der heftig umstrittenen "Agenda 2010", die unter Schröders Regierungszeit eingeführt worden ist.
Darauf schienen die  Menschen gewartet zu haben, denn im Anschluss an diese Aussage, schossen die Umfragewerte in die Höhe und blieben dort. Zusätzlich konnte die SPD  über 10.000 Partei-Eintritte verbuchen.

Versprechen und Versprechen halten


Mit der Aussicht auf eine andere, sozial gerechtere Politik, hat sich der neue Sympathieträger der Sozialdemokraten eine schwere Bürde und eine große Verantwortung auf sich genommen.

Sollte es der SPD gelingen, nach der Bundestagswahl im September eine Regierungskoalition anzuführen, so muss Schulz beweisen, dass er nicht nur leere Versprechungen gemacht hat.
Tut er nämlich nicht das, was seine WählerInnen erwarten -wie es schon einmal passiert ist - so wird die traditionsreiche Partei in die Bedeutungslosigkeit versinken - mit unabsehbaren Begleiterscheinungen und gesellschaftspolitischen Folgen.

Schulz´GegnerInnen aus Wirtschaft, Politik, Medien, aber auch aus den eigenen Reihen setzen bereits zum Gegenschlag an. Die Agenda 2010 stehe nicht zur Disposition, so die Gegenseite. Schulz plane wohl lediglich kleinere Korrekturen.
Diesbezüglich wird sich der Hoffnungsträger klarer positionieren müssen. Nur pauschal Lohnerhöhungen zu fordern, reicht nicht. Vielmehr müsse er erklären wie er den Gewerkschaften, deren Aufgabe es ist, Lohnerhöhungen durchzusetzen, den Rücken stärken wird.
Es ist löblich, dass Martin Schulz den "täglich hart arbeitenden Menschen" mehr Beachtung schenkt, dabei darf er aber nicht die Menschen vergessen, die nicht so hart arbeiten können oder nicht arbeiten dürfen. Denn auch sie sind Bestandteil der Gesellschaft und verdienen politische Zuwendung.

Was muss Schulz also tun?


Im Grunde gehört die komplette Armutsmaschine der Agenda 2010 auf den Prüfstand - von den Rentenkürzungs-Programmen über das menschenverachtende Hartz-IV-System und seine disziplinierenden Drohwirkungen auf Millionen abhängig Beschäftigte, über das kommerzialisierte Gesundheitswesen bis zu den Fördergesetzen für den enormen Niedriglohnsektor, der in den letzten Jahren zielgerichtet geschaffen worden ist.
In all diesen Fragen - und natürlich auf einer Reihe von anderen Politikfeldern - wird der Spitzenkandidat der SPD Farbe bekennen, BundesgenossInnen gewinnen und sich auf einen dauerhaften harten Gegenwind einstellen müssen.
Wenn er das wirklich will und er das durchsteht, hat er reelle Chancen, einen grundlegenden Politikwechsel durchzusetzen.

Freitag, 14. April 2017

Die Geschichte des 1. Mai


3 x 8 Minuten Arbeitergeschichte. Viel Vergnügen!

Was das Missgeschick eines Apothekers im hessischen Friedewald mit der amerikanischen Streikbewegung 1886 zu tun hat? Hier seht ihr es:



Auf das Massaker am Haymarket in Chicago folgt ein Justizmord, der Weltgeschichte schreibt: "Die Zeit wird kommen, da unser Schweigen im Grabe mächtiger sein wird als unsere Reden". Mehr dazu im zweiten Teil:



Die Zerschlagung der Gewerkschaften in Nazideutschland beginnt mit einem Propaganda-Trick: Der Tag der nationalen Arbeit 1933. Wie es dazu kam, zeigt der dritten Teil:



Der 1. Mai steht vor der Tür. Welche Veranstaltungen in Augsburg stattfinden, darüber erfahrt ihr demnächst mehr in diesem Blog.

Wie seh'n uns, oder?!


Donnerstag, 13. April 2017

Arbeitsgericht weist LIDL in die Schranken


Handelskonzern LIDL verliert am Arbeitsgericht Augsburg: Betriebsrat darf nicht gekündigt werden! 

Das radikale Vorgehen des Handelskonzern LIDL gegen demokratisch gewählte Betriebsräte wurde am heute vom Arbeitsgericht Augsburg gestoppt. Lidl darf das betroffene Betriebsratsmitglied nicht kündigen. Das Arbeitsgericht Augsburg hat nach knapp einstündiger Verhandlung entschieden, dass die Zustimmung zur fristlosen Kündigung des Betriebsratsmitglieds nicht erteilt wird.

Der zuständige ver.di Gewerkschaftssekretär, Thomas Gürlebeck, und der Lidl Betriebsrat fühlen sich mit der Entscheidung des Arbeitsgerichts voll und ganz in ihrer Auffassung bestätigt. „Lidl durfte heute die Erfahrung machen, dass Betriebsratsmitglieder einen besonderen hohen Schutz auf Grund Ihrer Tätigkeit haben und nicht auf Verdacht fristlos gekündigt werden dürfen“, so Thomas Gürlebeck.

„Demokratie und Mitbestimmung dürfen vor dem Betriebstor nicht enden. Der Betriebsrat und ver.di gehen jetzt davon aus, dass die Lidl Geschäftsführung die Jagd auf Betriebsräte beendet und zukünftig im Interesse der Beschäftigten auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Betriebsrat und ver.di wert legt“, so Gürlebeck abschließend.

Ver.di dankt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der heutigen Demonstration vor dem Arbeitsgericht Augsburg, sowie allen Unterstützerinnen und Unterstützern der Postkartenaktion.

Mehr Informationen auf der Website von ver.di.

Dienstag, 11. April 2017

Der Wolf im Schafspelz - Rechtspopulismus entlarven


Liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute stellen wir Euch das nächste Seminar aus dem ver.di-Bildungsprogramm für die Mitglieder vor.

Nähere Infos finden sich auch unter www.verdi-bildungsportal.de.

Zur Erinnerung:
ver.di hat für die Mitglieder ein umfangreiches Bildungsprogramm, meist kostenlos und meist mit Fahrtkostenzuschuss.


Der Wolf im Schafspelz -
Rechtspopulismus entlarven -
inhaltlich und argumentativ 


vom 07.07.2017 bis 09.07.2017 in Brannenburg 
Beginn: Freitag um 18:00 Uhr 
Ende: Sonntag nach dem Mittagessen 
Veranstaltungsnummer: 17/30/374 

Teilnahmegebühr für Nicht-Mitglieder: € 235,00 
(für ver.di Mitglieder aus Bayern trägt der
ver.di Landesbezirk die Teilnahmegebühr) 

In ganz Europa nimmt die Zustimmung zu den rechtspopulistischen Parteien zu und sie drängen sich immer weiter in die Mitte unserer Gesellschaft. Sie spielen mit Ängsten von Menschen, sprechen diese mit vermeintlich richtigen Argumenten an und geben sich als Weltverbesserer aus. 

Oft stehen wir offensichtlich rechten Äußerungen sprachlos gegenüber, werden sie doch nunmehr von Kolleginnen, Kollegen und Freunden ausgesprochen, bei denen wir nie vermutet haben, dass diese Gedanken vorhanden sind. Wenn wir die menschenverachtende Politik der rechtspopulistischen Parteien aufdecken und unsere Kolleginnen und Kollegen überzeugen wollen, brauchen wir die richtigen Argumente. 

Wir wollen in diesem Seminar Argumente liefern, die es uns erleichtern, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Doch dürfen wir in diesen Gesprächen nicht oberlehrerhaft wirken, obwohl wir wissen, dass wir die besseren Argumente haben. Also wie bekommen wir diesen Spagat hin? 

Themen im Seminar: 
  • Mit welchen (Gegen-)Argumenten können wir auf die Aussagen der rechtspopulistischen Parteien reagieren?
     
  • Wie gehen wir mit menschenverachtenden Parolen und Positionen im Betrieb und in der Gesellschaft um? Wie können wir schlagfertig darauf reagieren?
     
  • Wie können wir Vorurteile und Ängste bei den Kolleginnen und Kollegen abbauen?
     
  • Wie können wir unsere gewerkschaftlichen Positionen und unsere Vorstellungen von einer solidarischen Gesellschaft inhaltlich und argumentativ überzeugend darstellen? 


Montag, 10. April 2017

Handelskonzern LIDL will Betriebsrat kündigen


Kundgebung vor dem Arbeitsgericht am Donnerstag um 9:30 Uhr

Graben bei Augsburg, 10.4.2017.
 Der Handelskonzern LIDL geht radikal gegen demokratisch gewählte Betriebsräte vor. Am 13.4.2017 findet um 10 Uhr am Arbeitsgericht Augsburg die zweite Verhandlung zur geplanten Kündigung eines Betriebsratsmitgliedes bei der Firma Lidl in Graben statt. Nach dem der Betriebsrat die Zustimmung zu der Kündigung verweigert hat, möchte LIDL nun vom Arbeitsgericht Augsburg die Zustimmung des Betriebsrats ersetzten lassen.

Nur Vermutungen und Behauptungen

„Die Vorwürfe gegen unseren Kollegen basieren auf bloßen Vermutungen sowie Behauptungen“, sagte der zuständige Sekretär der Gewerkschaft ver.di, Thomas Gürlebeck. „Es darf bezweifelt werden, dass die von Lidl benannten Zeugen die Vorwürfe bestätigen werden“. Das Vorgehen von Lidl ist typisch für Einzelhandelsunternehmen, um sich unliebsamer Betriebsratsmitglieder zu entledigen“, erklärt Thomas Gürlebeck, zuständiger Handelssekretär, ver.di Augsburg. „Lidl lässt nach außen hin alle glauben, dass man kein Problem mit Gewerkschaften und Betriebsräten hat, tatsächlich entsteht jedoch der Eindruck, dass Demokratie und Mitbestimmung bei Lidl nach wie vor kein Platz haben“, so Gürlebeck weiter.

Postkartenaktion hat schon etwas bewegt

Als erste Reaktion zu der von ver.di aufgerufenen Postkartenaktion musste die für die Küdigung verantwortliche Betriebsleiterin ihren Platz räumen. „Die neue Betriebsleitung müsste nun das Kündigungsbegehren von Lidl am Arbeitsgericht beenden. Dies wäre mehr als vernünftig, “ so Gürlebeck abschließend.

Jetzt gemeinsam Betriebsrats-Mobbing stoppen

Am 13. April 2017 findet um 9:30 Uhr findet vor dem Arbeitsgericht Augsburg eine Kundgebung für den betroffenen Kollegen statt. Motto: „Ich bin sprachlos. Lidl muss Betriebsrats-Mobbing stoppen!“ Sie haben dort die Möglichkeit mit den Betroffen zu sprechen.

Mehr Informationen hier: Betriebsrat soll eingeschüchtert werden


Mittwoch, 5. April 2017

Weltbild Betriebsrat stellt sich neu auf


Heute fand eine konstituierende Sitzung des Weltbild Betriebsrates statt. 


Die Schließung der ALSO-Logistik Ende März hat leider auch direkte Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Arbeitnehmer-Vertretung bei Weltbild. Denn ein halbes Dutzend der Betriebsräte war nach der erzwungenen Aufspaltung des Betriebes vertraglich bei der ALSO-Logistik beschäftigt und hat ebenso wie über 250 weitere Kolleginnen und Kollegen Ende letzten Monats ihren Arbeitsplatz verloren.

Darunter auch der langjährige Vorsitzende Peter Fitz, der bereits in der letzten Betriebsversammlung in den Hallen der Logistik in Lechhausen seinen Rücktritt erklärt hat. (Wir haben hier im Blog darüber berichtet.) Ein herber Verlust, dass so viele engagierte Betriebsräte nun bei der Gedis gelandet sind. Sie alle, und insbesondere auch Peter Fitz als Betriebsratsvorsitzender, haben sich gerade in der schwierigen Zeit der Insolvenz und der Droege Übernahme leidenschaftlich für die gesamte Belegschaft und den Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze eingesetzt.


Neuer Vorsitzender: Timm Bossmann 


Für die verbleibende Amtszeit hat das Gremium mit großer Mehrheit den bisherigen Stellvertreter und ver.di-Betriebsgruppensprecher Timm Bossmann zum neuen Vorsitzenden des Betriebsrates gewählt.


Zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde Dolores Sailer. 


Ersatzmitglieder rücken nach.
Automatisch rücken nun folgende Ersatzmitglieder als Vollmitglieder ins Gremium nach:

Dirk Neu
Sara De Santi
Sabine Rath
Jürgen Puschmann
Peter Hellriegel

Außerdem wurde auch der sogenannte Betriebsausschuss per Wahl neu besetzt. (§27 BetrVG)
Dieser umfasst neben dem Vorsitzenden und der Stellvertreterin 3 weitere Betriebsräte. Der Ausschuss führt die laufenden Geschäfte des Betriebsrates für die es keine besonderen Beschlüsse des BRs braucht, z.B. die Vorbereitung der Sitzungen, Erledigung des Schriftverkehrs, organisatorische Aufgaben, Entgegennahme von Anträgen, Besprechungen mit dem Arbeitgeber u.a.

Neben Timm Bossmann und Dolores Sailer gehören künftig dem Betriebsausschuss an:
Josef Trutt, Sara De Santi und Dirk Neu

Gemischte Gefühle im Gremium

Einerseits ist es ein großes Glück, dass der Betriebsrat bei Weltbild personell so breit aufgestellt ist, dass er die Lücken, die durch die ALSO-Schließung verursacht wurden, schließen konnte. Andererseits macht gerade diese Sitzung wieder deutlich, wie massiv die Auswirkungen von Droeges Unternehmenspolitik auf die Belegschaft und ihre Arbeitnehmervertreter bis zum heutigen Tage sind.


Samstag, 1. April 2017

April, April!





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