Dienstag, 9. April 2013

KBR macht Druck auf Arbeitgeber in Augsburg und München


Der Konzernbetriebsrat (KBR) ist die gesetzlich verankerte Plattform zum Informationsaustausch zwischen den Belegschaftsvertretungen der Konzernteile und ein Gremium für die strategische Zusammenarbeit der (Gesamt-)Betriebsräte. Derzeit sind VertreterInnen von Hugendubel, Weltbildplus, den Karstadt-Filialen und der Augsburger Verlagsgruppe im KBR vertreten. Die Zusammenarbeit der Interessenvertretungen untereinander funktioniert gut. Anders sieht es auf der Arbeitgeberseite aus: Die Geschäftsführungen in Augsburg und München erklären sich wechselseitig für nicht zuständig und lassen den KBR so regelmäßig ins Leere laufen.

Letzte Chance für außergerichtliche Einigung
Der KBR hat in den vergangenen Monaten mehrfach und nachdrücklich versucht, eineN AnsprechpartnerIn der Geschäftsführung auf Konzernebene benannt zu bekommen. Vergeblich. Erst die Ankündigung einer Klage auf Einsicht in den Gesellschaftervertrag zwischen Hugendubel und Weltbild hat jetzt Bewegung in das leidige Thema gebracht. Für die nächste KBR-Sitzung, die Mitte April in Augsburg stattfindet, erwarten die MitarbeitervertreterInnen einen verbindlichen Vorschlag der Arbeitgeber. "Sonst werden die gesetzlich verbrieften Rechte eben per Gerichtsbeschluss durchgesetzt", kündigt die stellvertretende KBR-Vorsitzende Dolores Sailer klare Konsequenzen an. Die Arbeitgeber haben jetzt eine letzte Chance, den Konflikt ohne Rechtsanwälte und die damit verbundenen Kosten beizulegen. 

Konzernweite Mitarbeiter-Zeitung geplant 
Um die KollegInnen in den Filialen regelmäßig über Neuigkeiten aus den Konzernteilen zu informieren, wird der KBR in Kürze eine gemeinsame Mitarbeiter-Zeitung herausbringen. Die Zeitung wird mehrmals im Jahr erscheinen und Berichte aus den unterschiedlichen Filialorganisationen und der Verlagsgruppe in Augsburg bündeln. 

"Mit der Zeitung wollen wir den Blick der KollegInnen in den Filialen auf das große Ganze erweitern",  erklärt KBR-Mitglied Timm Boßmann. "Jede Entscheidung, wie zum Beispiel die Schließung einzelner Filialen, steht in einem Konzern-Kontext – auch wenn die Arbeitgeber uns etwas anderes weismachen wollen. Wenn wir Arbeitsbedingungen verbessern und Arbeitsplätze sichern wollen, müssen wir das gemeinsam tun. Die Schaffung von Transparenz und Wissen ist der erste notwendige Schritt in die richtige Richtung."

Weitere Schließungen bei Weltbildplus und Jokers
Auch in diesem Jahr werden die Verantwortlichen der DBH wieder zahlreiche Jokers- und Plus-Filialen schließen. Welche Standorte konkret betroffen sind, ist noch nicht vollständig bekannt. Auf jeden Fall stehen Schließungen in Bremen, Regensburg, Heidelberg und Augsburg auf dem Plan der Geschäftsführung. Insgesamt werden in 2013 wohl rund 20 Filialen dicht gemacht. 

Umso unverständlicher, dass es derzeit keine weiteren Betriebsratswahlen in den Plus- bzw. Jokers-Filialen gibt. Nur Betriebsräte vor Ort können angemessene Sozialpläne durchsetzen und die Folgen der Schließungen wenigstens etwas abfedern.

Gut verhandelt: Schließungen bei Karstadt liefen für MitarbeiterInnen glimpflich ab
Als gutes Beispiel mag die erfolgreiche Arbeit der Betriebsräte bei der DBH-Warenhaus gelten. Mehrere Filialen in Karstadt-Häusern wurden in jüngster Zeit geschlossen. Die Belegschaftsvertretung hat in allen Fällen gute Bedingungen für die MitarbeiterInnen erreicht, die zwischen einer Übernahme durch Karstadt oder angemessenen Abfindungen wählen konnten. Zum Teil wurden sogar zusätzliche Geldtöpfe für soziale Härtefälle verhandelt. Wenn man wirklich will, ist vieles möglich – aber ohne Betriebsrat geht gar nichts!

Weiland ist jetzt Hugendubel
Bei Hugendubel wurde die Integration der Weiland-Filialen abgeschlossen. Die DBH hat die traditionsreiche norddeutsche Buchhandelskette in den letzten Jahren schrittweise übernommen und in die Hugendubel-Organisation eingegliedert. Das hatte bereits den Verlust von Arbeitsplätzen in der Lübecker Weiland-Zentrale zur Folge. In den nächsten Monaten werden auch Filialen geschlossen: zum Beispiel in Guben, Husum und Neubrandenburg.

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