Mittwoch, 20. September 2017

Bundestagswahl 2017 - Wen soll man nur wählen?


Alle vier Jahre stehen die Meisten von uns vor einer schwierigen Entscheidung:

"Wen soll man denn nur wählen?"

Die Bundestagswahl steht vor der Türe und es versteht sich von selbst, dass ein/e mündige/r, pflichtbewusste/r und verantwortungsvolle/r Mitbürger/in sich nicht vor dieser Entscheidung drückt.

Dennoch - es ein schwieriger Findungsprozess, man hört und liest viel, von überdimensionierten Wahlplakaten blicken Menschen auf uns herab, die meist viel Reden und leider sehr wenig sagen, die selbst nicht immer so ganz genau zu wissen scheinen, für welche Art der Politik sie stehen oder die sich gerade mal wieder umentschieden haben, weil es schicklich ist.

Alle versuchen so vertrauenswürdig, wie nur eben möglich (oder es die Maske zulässt) zu wirken und versprechen dem geneigten Wähler das Blaue vom Himmel, dennoch - oder gerade deswegen -fällt einem die Entscheidung nicht leichter.

Entscheidungshilfe für Unentschlossene


Hat man sich dazu entschieden, Wählen zu gehen, weiß aber nicht genau, welche Partei am besten zu den eigenen politischen Ansichten passt, muss man sich nicht gleich graue Haare wachsen lassen.

Es gibt schon seit mehreren Jahren eine Entscheidungshilfe, die sich Wahl-O-Mat nennt.
Dieser beinhaltet Informationen zu allen Parteien, die sich zur Wahl stellen und ihre Parteiprogramme.
Und so funktioniert es:
Mann kann zu 38 politischen Thesen Stellung beziehen und im Anschluss verrät einem die Auswertung, welcher Partei man am Nächsten steht.
Wer sich also nicht entscheiden kann, sollte unbedingt den Wahl-O-Mat testen.

Was sollte man nicht tun?


Nicht wählen zu gehen, ist übrigens keine gute Wahl. Denn wer denkt, dass die nicht abgegebenen Stimmen nicht zählen, irrt.

Auch ist es nicht empfehlenswert, Parteien wie die AfD zu wählen - nur um den gerade Regierenden einen Denkzettel zu verpassen. Die Konsequenzen könnten katastrophal für uns alle ausfallen. Denn die AfD ist für Arbeitnehmer keine Alternative, wie man bereits im Blog nachlesen konnte.


Quelle: IG Metall Jugend, Fecebook


Nur wer wählen geht, kann tatsächlich was verändern - deshalb geht wählen!


Quellen:
- Bundeszentrale für politische Bildung
- verdi
- IG Metall Jugend auf Facebook
- Weltbild Verdi Infoblog

Dienstag, 12. September 2017

2.000 Handelsbeschäftigte demonstrieren in Düsseldorf



Bsirske fordert Stärkung der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen - Nahles fordert Pakt für anständige Löhne

Über 2.000 Beschäftigte der Handelsbranche haben am Samstag in Düsseldorf in Anwesenheit von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für allgemeinverbindliche Tarifverträge demonstriert.

Hintergrund ist die mittlerweile geringe Tarifbindung im Handel, mit nur noch 30 Prozent der Beschäftigten im Einzelhandel und 21 Prozent im Groß- und Außenhandel in tarifgebundenen Unternehmen. Anlass des Protestes sind die bis zu einem Drittel geringeren Löhne und schlechteren Arbeitsbedingungen in den zunehmend nicht-tarifgebundenen Handelsunternehmen gegenüber den tarifgebundenen. Der Vorsitzende der Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) Frank Bsirske auf der Kundgebung: "Die künftigen Koalitionspartner werden sich daran messen lassen müssen, ob sie die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber Unternehmen, die Lohndrückerei betreiben, stärken".

Bei einem Umsatzplus von zwei Prozent im Jahr 2017 beschäftige der Handel in weiten Teilen Frauen in Minijobs und Teilzeit und zahle dabei prekäre Löhne, so Bsirske. "Das ist das Ergebnis der Tarifflucht der letzten Jahre. Die Beschäftigten der Branche erwarten zurecht faire Löhne, die tariflich abgesichert sind, sowie eine gesetzliche Stärkung der Tarifbindung und der Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen in Deutschland. Tarifflucht darf sich in unserem Land nicht länger lohnen", sagte Bsirske am Samstag in Düsseldorf.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles kündigte vor den Demonstrierenden an: "Ich setze alles daran, die Tarifpartnerschaft zu stärken und eine flächendeckende Tarifbindung zu erreichen". Das sei besonders im Einzelhandel wichtig. Viel zu viele würden daran gehindert werden, gemeinsam für ihre Interessen zu kämpfen, indem sie in befristeten Verträgen hingen, indem sie als Leiharbeitnehmer hin und her geschickt würden oder indem Vollzeit-Beschäftigungsverhältnisse in Mini-Jobs umgewandelt würden, so Nahles.


Quelle: http://www.verdi.de/presse/pressemitteilungen/

Donnerstag, 7. September 2017

Reichtum umverteilen - für mehr soziale Gerechtigkeit


Reichtum umverteilen!


Wer hat, dem wird gegeben! Besonders gilt dies bei Erbschaften und Schenkungen. 
Nur in 1,5 Prozent der Fälle betragen sie über 500.000 Euro. Doch diese machen ein Drittel der Gesamtsumme aus. 

98 Prozent der Bevölkerung werden nie in ihrem Leben Erbschaftsteuer zahlen. Das ist auch gut so. Ein Skandal ist jedoch, dass auch superreiche Unternehmerfamilien in aller Regel so gut wie keine Erbschaftsteuer zahlen müssen.

Im Jahr 2016 wurden etwa 110 Milliarden Euro zur Erbschaft- und Schenkungsteuer veranlagt.
Davon waren 60 Milliarden Euro, also über die Hälfte, Betriebsvermögen und große Aktienpakete.
97 Prozent davon wurden aufgrund einer Begünstigung für diese Vermögensarten völlig steuerfrei gestellt. 
Begründung: „Arbeitsplätze schützen“. Belege der Notwendigkeit: Null. 
Wären diese Vermögen nur mit 20 Prozent besteuert worden, wären 2016 knapp 12 Milliarden Euro zusätzlich in die öffentlichen Kassen geflossen. Davon könnten etwa 250.000 Vollzeit-Erzieher/innen bezahlt werden.

Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Steuerbefreiungen für Riesenvermögen für grundgesetzwidrig und erzwang so eine Reform. Doch diese ist weitgehend Kosmetik. Die Bundesregierung hat willfährig die Lobby der Superreichen bedient. 
Sie geht selbst davon aus, dass diese mit Abstand größte Steuersubvention auch künftig hohe Milliardenbeträge kosten wird. 

Ver.di fordert deshalb: 
Erbschaften und Vermögen in Millionenhöhe müssen endlich besteuert werden!


Bundesweiter Aktionstag am 16. September 2017

Trotz eines nie zuvor dagewesenen Reichtums in Deutschland, nehmen seit Jahrzehnten soziale Ungleichheit, Unsicherheit und Ungerechtigkeit zu.
Inzwischen ist jede und jeder Sechste  von Armut und Ausgrenzung betroffen. Zeitgleich setzt sich ein kleiner Teil der Gesellschaft finanziell weiter ab.
Das gesellschaftliche Gesamtvermögen ist zulasten der Schwachen und zugunsten der Reichen verteilt.
Der Staat muss sich der Herausforderung, sich mit den Topverdienern dieses Landes anzulegen und unliebsame Entscheidungen zu treffen, stellen

Eine Woche vor der Bundestagswahl macht das Bündnis "Reichtum umverteilen - ein gerechtes Land für alle!" mit seinen Forderungen nach mehr Steuergerechtigkeit nochmals Druck auf die Politik.
Am 16. September 2017 findet hierzu ein bundesweiter Aktionstag statt.

Mehr Infos zum Aktionstag gibt es hier.

Quellen:
www,wipo.verdi.de
www.reichtum-umverteilen.de

Mittwoch, 6. September 2017

Sonntagsschutz erneut gestärkt


Umsatzsteigerung und Kauflust sind keine Gründe für Sonntagarbeit, hat das Bundesverwaltungsgericht entschieden.

Am Sonntag ist Ruhe von der Arbeit. Wichtige Ausnahmen sind im Arbeitszeitgesetz in Paragraf 10 geregelt, beispielsweise für Rettungsdienste, Feuerwehr, Polizei, Rundfunk, Verkehrsbetriebe, Messen und Kunstschaffende. Schnäppchenjagd am Sonntag ist dagegen nicht wichtig. Die wertvolle Sonntagsruhe ist sogar verfassungsrechtlich festgeschrieben: "Der Sonntag und die staatlich anerkannten Feiertage bleiben als Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt", heißt es im Grundgesetz. Demzufolge legt der Paragraf 9 des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG) fest: "Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden." 

ver.di klagt, Amazon verliert

Wie das Verwaltungsgericht Kassel jetzt geklärt hat, gilt das auch für den Versandhändler Amazon, und zwar auch für dessen Logistikzentren im nordhessischen Bad Hersfeld und für die beiden letzten Adventssonntage vor Weihnachten. Genehmigung von Ausnahmen unterliegen strengen Richtlinien. Und diese Richtlinien waren laut Verwaltungsgericht nicht erfüllt, als Amazon 2014 beantragt hatte, bis zu 900 Beschäftigte der beiden Betriebe in Bad Hersfeld an den Adventssonntagen des 14. und 21. Dezember arbeiten zu lassen.
Der Regierungspräsident in Kassel hatte zugestimmt, doch ver.di klagte dagegen und hatte Erfolg - wenn auch erst zweieinhalb Jahre später. Das Gericht kam zu dem Urteil, dass die damals erteilte Bewilligung der Sonntagsarbeit durch den Regierungspräsidenten rechtswidrig war (AZ 3 K 2203/14.KS).
Die sich aus dem Arbeitszeitgesetz ergebenden Ausnahmemöglichkeiten, nach denen Arbeitnehmer an bis zu fünf Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden dürfen, seien nur dann anwendbar, wenn dadurch ein unverhältnismäßiger Schaden abgewendet werden könne. Bei Amazon sei jedoch nicht dargelegt worden, welcher Schaden überhaupt zu erwarten gewesen sei. Und ob Amazon gegenüber Lieferanten oder Kunden hafte, weil Waren nicht rechtzeitig angenommen oder geliefert wurden, das rechtfertige ebenfalls keine Sonntagsarbeit, argumentierte das Gericht. Auch der Wunsch nach Umsatzsteigerungen oder der mögliche Verlust enttäuschter Kunden seien kein Grund für Ausnahmen von der Sonntagsruhe. Das müsse der Versandhändler in seinem Geschäftsmodell berücksichtigen und deshalb anders planen.

Geschäftsmodell kein ausreichender Grund

"Es ist ein sehr wichtiges Signal, dass auch das Geschäftsmodell von Amazon mit sehr kurzen Lieferzusagen es nicht rechtfertigt, eine Ausnahme vom Sonntagsschutz zu gewähren", sagte Bernhard Schiedering, Landesfachbereichsleiter Handel in Hessen. Das Urteil ergänze zudem wichtige Entscheidungen zum Verbot der Sonntagsarbeit in Callcentern und zu verkaufsoffenen Sonntagen.
Auch die Stadt Worms muss sich an die Sonntagsruhe halten. Dort hatte einen Monat zuvor das Bundesverwaltungs- gericht eine Rechtsverordnung der Stadt für rechtswidrig erklärt. Darin war vor-gesehen, dass am 29. Dezember 2013, ebenfalls ein Sonntag, sämtliche Verkaufsstellen im Gemeindegebiet von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein durften. Die Leipziger Richter/innen erklärten mit Urteil vom 17. Mai 2017, ein verkaufsoffener Sonntag müsse stets durch einen Sachgrund gerechtfertigt sein (AZ BVerwG 8 CN 1/16). Das Umsatzinteresse der Handelsbetriebe und das Shoppinginteresse der Kundschaft reichen als Gründe da nicht aus.
"Das ist ein guter Tag für den Sonntagsschutz", sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger zu dem Urteil. Die Missachtung der Gesetze und der Rechtssprechung müsse ein Ende haben.

Ausnahmen nur im Gemeinwohlinteresse

In dem Verfahren war es auch um die Frage gegangen, ob das Ladenöffnungsgesetz von Rheinland-Pfalz teilweise verfassungswidrig ist, weil darin kein Anlassbezug für zusätzliche Sonntagsöffnungen geregelt ist. Hier stellte das Bundesverwaltungsgericht fest, dass Ausnahmen vom Sonntagsschutz nach der Verfassung von Rheinland-Pfalz nur im Gemeinwohlinteresse zulässig sind und somit ebenfalls eines Sachgrundes bedürfen.

Informationen und Aktuelles zur Sonntagsallianz

Donnerstag, 31. August 2017

Endlich wieder Azubis bei WELTBILD


Das sind einmal gute Nachrichten: WELTBILD bildet wieder aus. Anfang September starten gleich vier junge KollegInnen ihren Weg ins Berufsleben beim Augsburger Versandhandelsunternehmen: zwei Medienkaufleute Digital und Print sowie zwei Fachinformatiker Systemintegration.

Nach der Insolvenz 2014 konnten zwar alle damaligen Auszubildenden Ihre Ausbildung abschließen, danach gab es aber keine neuen Ausbildungsplätze mehr. Eigentlich schade, denn bei WELTBILD arbeiten viele ausgewiesene SpezialistInnen, die ihr umfangreiches Wissen gern an junge KollegInnen weitergeben. Deshalb hatte auch der Betriebsrat in der Vergangenheit immer wieder darauf gedrungen, neue Ausbildungsplätze zu schaffen.

Gelungenes Ausbildungskonzept

Verantwortlich für die Ausbildung sind nun eine Kollegin aus der Personalabteilung und eine IT-Führungskraft. Sie haben ein umfangreiches Ausbildungskonzept erstellt, das sich auch der Betriebsrat genau angesehen hat. Aus Sicht der Interessenvertretung ist die Ausbildungsplanung rundum gelungen. Es gibt ausreichend AnsprechpartnerInnen, klare Strukturen und innovative Ausbildungsinhalte. Hoffentlich funktioniert am Ende auch alles so, wie es jetzt auf dem Papier steht.

Einziger Wermutstropfen: vier Azubis sind eineR zu wenig, um eine Jugend- und Auszubildenden-Vertretung (JAV) wählen zu können. Die Übernahme von solidarischer Verantwortung für die eigenen Interessen wäre ebenfalls ein wichtiger Ausbildungsaspekt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Bis dahin unterstützen der Betriebsrat und die Vertrauensleute der Gewerkschaft ver.di die jungen KollegInnen. Herzlich willkommen!

Mittwoch, 23. August 2017

So doof muss man erst mal sein


Gar nicht doof, sondern sehr cool!


Schaut her, was wir auf der Seite unserer Freunde von Hugendubel entdeckt haben...

Für alle Gewerkschafts-Interessierten lohnt sich der Blick auf den Verdi Hugendubel Blog ohnehin immer wieder. Dort findet man interessante Beiträge über die Situation im Buchhandel und vieles mehr.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken


Hier geht's zum Hugendubel Verdi Infoblog

Und hier zur Facebookseite von verdi



Mittwoch, 16. August 2017

Ein Tarifvertrag für alle


Zunehmende Tarifflucht und Dumpinglöhne haben eine alte Debatte entfacht. Sollen Tarifverträge wieder automatisch für alle gelten?

Die Diskussion ist nicht neu in der Gewerkschaftsbewegung: Sollen Tarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden und dann wie ein Gesetz für alle Unternehmen und Beschäftigten der jeweiligen Branche verbindlich gelten oder nicht?
Die Bedenken, dass Beschäftigte den Tarifvertrag als selbstverständlich empfinden und ohne Engagement und Gewerkschaftsmitgliedschaft tarifliche Leistungen wie Tariferhöhungen oder Urlaubs- und Weihnachtsgeld automatisch "mitnehmen", sitzen tief. Ein allgemeiner Rückgang der gewerkschaftlichen Kampfkraft wäre also eine mögliche Folge.
Auf der anderen Seite gibt es das Problem der "Trittbrettfahrer" auch in Unternehmen, in denen es bereits einen Tarifvertrag gibt. Das Hauptargument für mehr allgemeinverbindliche Tarifverträge überschattet ohnehin die gesamte Diskussion: Die zunehmende Tarifflucht, mit der sich Unternehmen höhere Gewinne und Wettbewerbsvorteile auf dem Rücken der Beschäftigten versprechen. Sie setzt ganze Branchen beim Thema Löhne und Arbeitsbedingungen unter Druck und sorgt bei vielen Beschäftigten für untertarifliche Bezahlung - ganz zu schweigen von den Spätfolgen wie niedrige Renten und die Gefahr der Alters­armut. Laut Hans-Böckler-Stiftung gilt mittlerweile überhaupt nur noch für 56 Prozent der Beschäftigten in Deutschland ein Tarifvertrag.
Im Einzelhandel, der größten Dienstleistungsbranche in Deutschland, sind es sogar nur noch 30 Prozent der Beschäftigten, die mit einem Tarifvertrag arbeiten. Das hat beispielsweise zur Folge, dass eine Vollzeitkraft im Verkauf bei einem tarifgebundenen Unternehmen wie Galeria Kaufhof in der Mönckebergstraße, 37,5 Stunden die Woche mit entsprechendem Tarifgehalt arbeitet, während ihre Kollegin nebenan bei Peek & Cloppenburg für die gleiche Tätigkeit weniger Geld bekommt und mehr Stunden arbeiten muss.
Um diese und weitere Ungerechtigkeiten zu beseitigen, möchte der ver.di-Fachbereich Handel die Flächentarifverträge im Einzel- und Versandhandel in Hamburg und darüber hinaus bundesweit wieder für allgemeinverbindlich erklären lassen. Bis ins Jahr 2000 war dies jahrzehntelang der Fall. Zu diesem Schritt muss es aber Einigkeit mit dem Arbeitgeberverband und ein öffentliches Interesse geben. Anschließend kann die sogenannte Allgemeinverbindlichkeitserklärung (AVE) auf Landes- oder Bundesebene bei dem jeweiligen Ministerium beantragt werden.
Doch die Arbeitgeber im Einzelhandel sträuben sich bisher stark gegen die AVE. Da die Gewerkschaft die Entscheidung über eine Allgemeinverbindlichkeit ihrer Tarifverträge nicht eigenständig treffen kann, müssen die Arbeitgeber und auch die Politik mit im Boot sein.

Wie es gehen kann ...


Mit der Kampagne "Einer für alle" versucht ver.di seit einiger Zeit, Druck aufzubauen, um möglichst viele Arbeitgeber und die Politik zu überzeugen, diesen wichtigen Schritt gegen Tarifflucht und Dumpinglöhne im Handel doch noch mitzugehen.
Dass eine AVE sinnvoll ist und gut funktionieren kann, zeigt das Hamburger Wach- und Sicherheitsgewerbe. Rund 40 Prozent der 10.000 Sicherheitsbeschäftigten waren bisher in tariflosen Unternehmen tätig. Auch da gab es Lohndumping und Bezahlung unter Tarif. Sogar das Bundesinnenministerium schrieb im Vorfeld des G 20 Gipfels einen Auftrag aus, in dem den Anbietern die Unterschreitung des Tarifvertrages um bis zu fünf Prozent ermöglicht wurde. Damit ist jetzt Schluss. Rückwirkend zum 1. Januar des Jahres haben ver.di und der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) bei der Freien- und Hansestadt Hamburg die AVE für den Lohntarifvertrag beantragt. Dem Antrag wurde stattgegeben, der Tariflohn gilt nun für alle. Ein Beispiel, das gerade in Branchen mit hoher Tarifflucht Schule machen sollte. 


Freitag, 4. August 2017

KAB lässt sich nicht so einfach von Amazon einwickeln


Im ersten Augenblick klingt das neue "Smile" Programm von Amazon wie eine gute Sache: Ein halbes Prozent jedes Einkaufs können Amazons Kunden damit durch einem Klick an eine wohltätige Organisation aus einer Liste spenden lassen. Ungefragt wollte Amazon auch die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung KAB "beglücken".

Doch machte Amazon damit die Rechnung ohne den Wirt

Diakon Erwin Helmer (Amazon-Betriebsseelsorger und KAB Diözesanpräses in Augsburg) im Interview auf domradio.de: 
"Das klingt gut, ist aber schlecht, weil wir mit den Beschäftigten von Amazon ständig in Kontakt sind, hier in Augsburg und auch bundesweit mit einigen Standorten. Die KAB ist dort aktiv und hat immer wieder darauf hingewiesen, dass es dort Missstände gibt, die in Deutschland eigentlich nicht üblich sind. Zum Beispiel, dass es nicht gern gesehen ist, wenn man mit Gewerkschaften über Tarifverträge spricht. Das gefällt uns gar nicht, weil wir der Meinung sind, Tarifverträge sind Friedensverträge, Ordnungsverträge. Es ist im Grundgesetz auch vorgesehen, dass die Arbeitnehmer sich versammeln sollen und Verhandlungen mit Arbeitgebern führen. Auf dieses Gesamtklima bei Amazon, wo die Vorgesetzen doch teilweise sehr willkürlich mit den Menschen am Arbeitsplatz umgehen, weisen wir immer wieder hin. Und deshalb haben wir ein Problem mit der Aktion."

Würde die KAB nun Gelder von Amazon annehmen, müssten sich die Seelsorger der Kritik stellen, ihre Ziele womöglich nicht mehr ernsthaft zu verfolgen. Diakon Erwin Helmer winkte deshalb per Brief bei Amazon ab. Stattdessen wird sich die KAB weiter verbissen um bessere Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen bei Amazon einsetzen.

Zu dieser couragierten Haltung sagen wir "Hut ab"! So kennen wir die KAB Seelsorger auch aus eigener Erfahrung!

Quelle: Caritas ver.di blog

Donnerstag, 27. Juli 2017

Freitag, 21. Juli 2017

Paritätische Kommission und Umzüge


Bei Weltbild wundert man sich schon lange nicht mehr, wenn wieder mal der Umzugswagen kommt. 

Die Paritätische Kommission arbeitet derzeit auf Hochtouren, was die Raumplanung betrifft. In dieser Kommission – so ist in einer Betriebsvereinbarung festgelegt worden – sollen zwischen Arbeitgeber und Betriebsrat einvernehmlich Lösungen für die Belegung der Büros gefunden werden. 

Die Abteilung Business Intelligence beispielsweise ist vor ein paar Wochen vom Böwe-Gebäude in den Sigma-Park gewechselt. Möglicherweise werden in nächster Zeit in anderen Bereichen weitere kleine Umzüge folgen.

Warum ist das so? 

Es zeigt sich nicht zum ersten Mal, dass die Räumlichkeiten seit dem Wegzug aus Lechhausen extrem "auf Kante genäht" sind. Kommt es nun zu der erfreulichen Entwicklung, dass neue Mitarbeiter eingestellt werden, oder dass eine Kollegin aus dem Mutterschutz zurückkommt, dann steht sofort die Frage im Raum: Wo soll derjenige oder diejenige eigentlich zukünftig sitzen? Denn Platz ist nach wie vor Mangelware.

Derzeit sind noch mehrere Entscheidungen in der Schwebe und verschiedene Planungsvarianten werden abgewogen. Klar ist allerdings: Hätten die aktuellen Räumlichkeiten gleich von Beginn an mehr "Luft nach oben" gehabt, könnte man sich das komplizierte Hin- und Herziehen innerhalb der Belegschaft sparen und die Zeit und Energie für andere Dinge aufwenden.

Sollte im nächsten Jahr tatsächlich ein "großer Umzug" in ein neues Gebäude stattfinden, dann wäre es wünschenswert, genau diese fehlende "Luft nach oben" frühzeitig mit einzuplanen.



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