Montag, 23. Januar 2017

Weltbild Outlet in Augsburg Lechhausen


In der Meraner Straße in Augsburg gibt es wieder einen Weltbild-Lagerverkauf. Zum Weihnachtsgeschäft ist der großflächige Laden neu eröffnet worden unter dem Label "Outlet".

Das ist einerseits ein gutes Signal. Andererseits zeigt es, wie widersprüchlich die Wege einer Unternehmensführung sein können: Denn gegen den Widerstand des Betriebsrates hat die Weltbild-Führung letzten Sommer durchgesetzt, den bekannten und beliebten "Schnäppchenmarkt" in der Steinernen Furt zu schließen. Angeblich, weil er nach der beabsichtigten Verlagerung der Logistik nicht mehr benötigt werde.





Zum Glück hat man sich mittlerweile anders besonnen und erkannt, dass dieser Verkaufskanal weiterhin wichtig ist. Das hätte man aber auch schon früher erkennen und einsehen können. Man denke nur an die MitarbeiterInnen, die durch die Schließung des alten Schnäppchenmarktes in die Transfergesellschaft wechseln mussten.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres haben wir im Blog über dieses Thema berichtet und darauf hingewiesen, wie sinnvoll der bei Schnäppchenjägern beliebte Verkaufskanal auch künftig sein wird. Denn es gibt stets eine große Nachfrage nach technisch intakten Retouren, Bücher-Mängelexemplaren, Restbeständen und Lagerware.

Darüber hinaus muss ein Unternehmen wie Weltbild gerade am Stammsitz Augsburg Präsenz zeigen und deutlich sichtbar sein. Das sollte die Unternehmensführung in ihren weiteren Planungen nicht aus dem Blick verlieren. Insofern ist das neue Outlet durchaus auch ein positives Signal für die Kunden, die MitarbeiterInnen, das Unternehmen und die Stadt.

In dieser Hinsicht kommt man nicht umhin an einen anderen Unternehmensteil von Weltbild zu denken: Aber was die Verlagerung der Logistik nach Bor anbelangt ... da fehlen einem ohnehin die Worte!


Donnerstag, 19. Januar 2017

Sonntags frei - ein Gewinn für uns alle


Die Zeit in der erfundene Feste einen leichten Vorwand für Sonntagsöffnungen lieferten, geht zu ende. Ver.di und die vor zehn Jahren gegründete "Allianz für den freien Sonntag" fahren einen Erfolg nach dem anderen ein: Deutschlandweit hat es jede Menge Urteile gegen rechtswidrige Ausnahmen vom Verbot der Sonntagsöffnung gegeben - ein Gewinn für die Beschäftigten im Handel.
Darüber hinaus wird mit diesen Entscheidungen die gesellschaftliche Bedeutung des Sonntags als wichtiger Zeitanker hervorgehoben: Als freier Tag , an dem die meisten Menschen ihre Freizeit mit Familie und Freunden oder auch in Vereinen gemeinsam verbringen können.
Ver.di warnt immer wieder davor, dass Ladenöffnungen an Sonntagen das Einfallstor für Sonntagsarbeit in vielen Bereichen sein können - Kitas und andere Betreuungseinrichtungen sind nur ein Beispiel. Gerade deshalb ist es wichtig, noch stärker auch auf kommunaler Ebene gemeinsam für den Sonntagsschutz zu aktiv zu werden.

Arbeitgeber wollen noch mehr Öffnungszeiten

Inzwischen versucht der Unternehmerverband HDI eine Gegenoffensive anzustoßen. Bundesweit fordert er zehn verkaufsoffene Sonntage, ohne dass wie bisher ein besonderer Anlass vorliegen müsste. Für eine generelle Sonntagsöffnung sprechen sich Karstadt-Chef Fanderl und die FDP aus.
"Diese Forderungen sind völlig absurd", so ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Auch der Verweis auf den Online-Handel sei fadenscheinig: "Konkurrenzdruck über das Internet lässt sich durch verkaufsoffene Sonntage nicht verhindern. Um im brutalen Verdrängungswettbewerb zu bestehen, sollten die Einzelhandelsunternehmen lieber in Beratung und Service investieren und die Beschäftigten durch vernünftige, existenzsichernde Bezahlung motivieren. Diese Stärken können die Händler jede Woche sechs Tage ausspielen,"

Alle höchstrichterlichen Urteile geben ver.di und den anderen Verbündeten der Sonntagsallianz recht. Zuletzt hatte das Bundesverwaltungsgericht im November 2015 eine bahnbrechende Entscheidung getroffen. Ver.di war in Bayern mit einer Klage gegen eine Sonntagsöffnung in der Gemeinde Eching erfolgreich - Motto: "Der Sonntag gehört den Menschen, nicht dem Kapital".
Auf dieses Urteil bezogen sich letztes Jahr auch die Richter am Hessischen Verwaltungsgerichtshof, als sie es der Stadtverwaltung von Frankfurt am Main im April und Oktober untersagten, wegen einer Musikmesse bzw. der Buchmesse  die Läden stadtweit öffnen zu lassen.
Auch der Verwaltungsgerichtshof München, sowie das Oberverwaltungsgericht in Münster griffen die Argumentation der Bundesrichter auf und ließen eine Sonntagsöffnung nicht zu. Auch das OVG in Weimar entschied im September 2016, dass bereits durchgeführte Sonntagsöffnungen in Erfurt nicht gesetzeskonform waren und stoppte die  noch geplanten Termine.

Kernpunkte der aktuellen Rechtsprechung:

  • Die Veranstaltung, die den Anlass für die Sonntagsöffnung bietet, muss prägend sein. Sie müsste auch ohne Ladenöffnung mehr Besucher anziehen können, als die alleinige Sonntagsöffnung.
  • Um dies vorab zu ermitteln, muss - falls keine verlässlichen Erfahrungswerte vorliegen - eine Prognose erstellt werden. Die Öffnung selbst darf  lediglich als "Anhängsel" wahrgenommen werden.
  • Darüber hinaus muss ein räumlicher Bezug zwischen Veranstaltung und den geöffneten Geschäften bestehen. Ist eine Veranstaltung stark begrenzt, wie etwa  auf ein Messegelände, dürfen nicht kilometerweit entfernt davon Sonntagsöffnungen stattfinden. 
In fast allen Bundesländern hat ver.di und die Sonntagsallianz die Kommunen auf die Rechtslage hingewiesen, dennoch ist die Praxis rechtswidriger Genehmigungen nicht beendet.

Der Kampf um denn freien Sonntag geht weiter.

Montag, 9. Januar 2017

Die gesetzliche Rente stärken!


Unser Land wird immer reicher. Die Rentnerinnen und Rentner bekommen aber immer weniger vom Kuchen. Ihre Kaufkraft ist gesunken.

Wenn das so weiter geht, droht ein Teil der älteren Generation sozial abzustürzen. Der Grund: Die Leistungskürzungen in der Rente der letzten 20 Jahre schlagen immer stärker durch. 


Das Rentenniveau, also die Rente im Verhältnis zum durchschnittlichen Bruttoentgelt, lag vor 15 Jahren noch bei rund 53 Prozent. 2015 betrug es nur noch 47,6 Prozent. Neue Daten der Bundesregierung zeigen: Wenn jetzt nicht gehandelt wird, dann fällt das Rentenniveau bis 2030 auf 44 Prozent und bis 2045 auf 41,6 Prozent. Danach geht es weiter bergab! Die Folgen dieser Entwicklung werden dramatisch sein. Schon heute reicht die gesetzliche Rente häufig nicht aus, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Immer mehr Menschen droht Armut im Alter, selbst wenn sie ein Leben lang gearbeitet haben. 

Wir brauchen einen Kurswechsel. Die Rente muss zukünftig wieder ein gutes Leben im Alter ermöglichen und Armut vermeiden. Das ist wichtiger als eine „Beitragsatzstabilität“, von der vor allem die Arbeitgeber profitieren. Denn für die Beschäftigten ist private Vorsorge auf eigene Kosten teurer. Deshalb fordert ver.di: Das Niveau der gesetzlichen Rente muss stabilisiert und wieder erhöht werden. Besondere Verbesserungen müssen für Niedrigverdienende und Erwerbsgeminderte kommen!

Wir lassen Sie nicht allein! Klicken Sie auf das Logo.